|
Es muss so um das Jahr 1983 gewesen sein, als mein Vater per Zufall in einem Gespräch mit einem Arbeitskollegen erfuhr, dass dieser zuhause auf dem Bauernhof im Stadel unter den Kartoffeln einen alten Roller stehen hatte.
Mein Vater, der immer schon gerne mit Antiquitäten „schacherte“, war natürlich sofort interessiert, obwohl er von Motorrädern nicht viel verstand. Aber er erinnerte sich wohl an seine Jugend, als er mit einer NSU die niederbayrischen Dörfer unsicher machte.
Was ist das denn?
Nun, wie auch immer, eines Abends stand dieses rostige, zerfledderte Etwas im Hof und ich musste erst einmal laut Lachen. Was war das denn? Ein Kleinwagen mit nur zwei Rädern, ein Boot ohne Kiel oder das Gesellenstück eines Blechners? Aber ich habe mich auf Anhieb in das ulkig aussehende Blechmonster verliebt und fortan hatte mein Vater einen Verbündeten in Sachen Goggoroller!
   
Voller Enthusiasmus begannen wir in den Tagen darauf, den Roller zu zerlegen und montierten die Blechteile ab, bis er nackt, wie Hans ihn schuf, vor uns stand. Ich muss nicht erwähnen, dass in dieser Zeit die Schule (11. Klasse) und die Hausaufgaben nur eine Nebenrolle spielten. Obwohl auch ich noch nicht viel Erfahrung hatte mit dem Restaurieren von Oldtimern, hatte ich bis dato doch meist an meinem Mofa und später an meiner Vespa geschraubt, hatten wir keinerlei Scheu und legten einfach los.
Ran an die Arbeit!
Wir ließen die Sitzbank von einem befreundeten Sattler neu beziehen, ich baute mir im Garten mit Planen einen Sandstrahlplatz und strahlte dort, geschützt durch eine alten Motorradhelm und einem Arafat-Tuch vor dem Mund, die Blechteile. Ich grundierte, schmiergelte und schleifte, lackierte, ja schweißte sogar. Alles was ich tat, tat ich zum ersten Mal - „Learning by doing“ in seiner reinsten Form! Und für das erste Mal waren die Ergebnisse gar nicht so übel!
Stück für Stück bauten wir den Roller neu auf. Wenngleich auch für große Teile-Austausch-Aktionen nicht das nötige Budget da war, haben wir viele Teil mit Liebe und Hingabe wieder aufgemotzt und Instand gesetzt.
|